Frauenbund-Regensburg

KDFB fordert bessere Unterstützung Alleinerziehender

Kritik am BGH-Urteil zur verpflichtenden Vollzeit-Tätigkeit

Köln, 4.8.2011 - Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) betrachtet das Urteil des Bundesgerichtshofes, das Alleinerziehende zu einer Vollzeit-Tätigkeit verpflichtet, als verbesserungswürdig und kritisiert eine fehlende Wertschätzung der Erziehungsarbeit, die hauptsächlich von Frauen wahrgenommen wird. Gleichzeitig fordert der Verband Politik und Unternehmen auf, die Kinderbetreuung stärker zu unterstützen und schnellstmöglich für deutlich mehr qualifizierte Angebote zu sorgen. 
„Es ist nicht länger hinnehmbar, dass allein erziehende Frauen weiter benachteiligt werden, wenn sie die Verantwortung für die Erziehung der Kinder übernehmen“, erklärt KDFB-Präsidentin Ingrid Fischbach. Viele Frauen, die als alleinige Familienernährerinnen auf eine gesicherte Arbeitsstelle angewiesen sind, finden nur schwer eine Vollzeit-Tätigkeit und noch schwerer einen bezahlbaren und angemessenen Betreuungsplatz für die meist jungen Kinder. Ihre angespannte finanzielle Situation führt zu einem Anstieg des Armutsrisikos und damit an den Rand des Existenzminimums und der Gesellschaft.
Nach Auffassung des Frauenbundes ist es dringend erforderlich, klare Richtlinien für die gezieltere und bessere Unterstützung Alleinerziehender zu formulieren, damit sie nicht zu den Verlierern der Nation werden. Ebenso nötig sind familienbewusste Arbeitszeitmodelle, die gerade allein erziehenden Müttern die Gelegenheit geben, Familie und Beruf in Einklang zu bringen und so den Lebensunterhalt zu sichern. „Wir fordern von den Verantwortlichen in Politik und Unternehmen ein intensives Nachdenken über flexiblere Arbeitszeiten und den Ausbau alternierender Arbeitsplätze, genügend und bezahlbare Betreuungsangebote für Kinder sowie eine zunehmende Zahl an Betriebskindergärten“, sagt KDFB-Präsidentin Fischbach. Wer Frauen zu Vollzeit-Tätigkeiten verpflichte, müsse auch für genügend annehmbare Stellen sorgen, so Fischbach. Solange das nicht der Fall sei, dürften Väter nicht aus der Verantwortung gegenüber der Familie entlassen werden.
Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 220.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik und Kirche ein.

Ute Hücker
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Katholischer Deutscher Frauenbund e.V.
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