Köln, 02.12.2011 - Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) ist enttäuscht darüber, dass eine gesetzliche Quotenregelung für Frauen in Führungspositionen heute im Bundestag mehrheitlich abgelehnt wurde. „Die heutige Debatte hat gezeigt, dass sich im Grunde alle Fraktionen einig sind, mehr Frauen in Führungspositionen zu wollen. Der Frauenbund erkennt auch den Willen der DAX-Unternehmen an, bis 2020 den Frauenanteil auf allen Ebenen zu erhöhen“, betont KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth. Die Erfahrungen der letzten zehn Jahre hätten aber gezeigt, dass das nicht ausreiche. Weitere Jahre auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Privatwirtschaft zu setzen, bremse hochqualifizierte Frauen aus.
Im mittleren Management seien Frauen inzwischen besser vertreten, in den Chefetagen seien sie aber weiterhin deutlich unterrepräsentiert. „Wir brauchen mehr Frauen in Führungspositionen der Unternehmen, vor allem auch in Aufsichtsräten und Vorständen. Wir haben Frauen, die genauso gut oder besser ausgebildet sind als Männer, ebenso hohe Qualifikationen aufweisen und Führungspositionen wollen. Sie müssen aber eine Chance haben, die gläserne Decke zu durchbrechen“, so Flachsbarth weiter.
Der Frauenbund setzt sich schon seit Jahren zusammen mit anderen Organisationen und Verbänden für eine gesetzliche Vorgabe für mehr Frauen in Führungspositionen ein und verweist auf europäische Länder, die inzwischen eine Quotenregelung für die Privatwirtschaft eingeführt haben. Wenn nicht ganz schnell auch in Deutschland weibliche Spitzenkräfte zum Zuge kämen, würden sie von Unternehmen dieser Länder abgeworben. Und das könne sich Deutschland nicht leisten.
Der KDFB setzt nun auf ein überfraktionelles Bündnis, das von Frauen aller Bundestags-Fraktionen initiiert worden ist und das noch in diesem Jahr eine „Berliner Erklärung“ vorlegen will, in der es unter anderem erneut um Geschlechtergerechtigkeit bei Führungspositionen gehen soll.
Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 220.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik und Kirche ein.
Redaktion: Gabriele GlöcknerKatholischer Deutscher Frauenbund e.V. (KDFB)