KDFB

KDFB Kaffee – Modell zur Frauenförderung

Das Partnerschaftsprojekt KDFB Kaffee wurde im Februar 2003 ins Leben gerufen. Mit diesem Projekt unterstützte der Frauenbund bisher die Landfrauenorganisation COMUCAP in Honduras. Seit Juni 2015 wird der Rohkaffee von der Kooperative APROLMA geliefert. Diese neue Landfrauenorganisation ging als Abspaltung eines Teils der in COMUCAP organisierten Kaffeeproduzentinnen hervor.

Der größte Teil des aromatischen KDFB Kaffees wird von den honduranischen Frauen nach ökologischen Richtlinien produziert. In Deutschland wurden seither ca. 177 Tonnen KDFB Kaffee (Stand Juli 2020) abgesetzt. Für die Produzentinnen bedeutet diese Partnerschaft eine Wertschätzung ihrer bisherigen Arbeit und eine verlässliche Zusammenarbeit, die auf Langfristigkeit angelegt ist.

Qualität hat ihren Preis

Importe aus dem Ausland, die in Dollar bezahlt werden, sind zurzeit mit höheren Kosten verbunden. Die aktuellen Wechselkursentwicklungen (schwacher Euro) betreffen nun auch den KDFB Kaffee, für dessen Import das Fairhandelshaus GEPA einen höheren Einkaufspreis bezahlen muss. Diese Kosten werden auf den Verkaufspreis umgelegt.

So kostet die 250 g Packung KDFB Kaffee gemahlen und als ganze Bohne jeweils 4,79 €.

Aktuelle Infos der Kaffee-Produzentinnen aus Honduras

Die Auswirkungen der Corona-Krise betreffen uns alle weltweit und gehen auch nicht spurlos an den Menschen des globalen Südens vorbei. Soziale Ungerechtigkeit und ungerechte Welthandelsstrukturen werden dadurch noch stärker sichtbar. Sehr beunruhigende Nachrichten kommen zur Zeit auch von den Kooperationspartnern der Fairhandelsorganisationen.

Andrea Fütterer, Leiterin der Abteilung Grundsatz und Politik beim Fairhandelsunternehmen GEPA und Vorstandsvorsitzende des Forums Fairer Handel  besuchte im März verschiedene Handelspartner in Honduras. Sie verweilte auch bei der Landfrauenorganisation APROLMA , die für unseren KDFB Kaffee den Rohkaffee anbauen. Die Corona-Krise war vor Ort spürbar und beeinträchtigte das Leben der Bevölkerung beträchtlich. Die landesweite totale Ausgangssperre wurde sehr streng gehandhabt und die Menschen durften das Haus nicht mehr verlassen.

Diese strikte Maßnahme hat fatale Auswirkungen auf die vielen Tagelöhner und Kleinhändler. Sie leben von dem, was sie von einem auf den anderen Tag verdienen. Wenn das Einkommen wegfällt, können sich die betroffenen Familien nichts mehr zu essen kaufen. Besonders schlimm wird es, wenn auch noch Trinkwasser zu überteuerten Preisen vom Lastwagen gekauft werden muss. Eine soziale Absicherung oder Hilfspakete gibt es nicht. Auch die mangelnde Gesundheitsversorgung kann so eine Pandemie sehr schnell zur existentiellen Bedrohung werden lassen.

Dolores Cruz Benitez, Koordinatorin des Röstprojekts der Frauenkooperative APROLMA, schildert die Gedanken zur aktuellen Situation: „Wir machen uns bezüglich des Exports große Sorgen, denn durch den Ausnahmezustand dürfen hier nur Lebensmittel-Transporter durchfahren. Wir Frauen müssen alle arbeiten, um die Familieneinkünfte zu ergänzen, das steht jetzt auf dem Spiel, da die Regierung ja den Ausnahmezustand ausgerufen hat." Bei den Kaffeproduzentinnen war zum Glück die Ernte schon abgeschlossen. Durch das Arbeitsverbot durfte aber niemand in der Aufbereitungsanlage beschäftigt werden, dadurch wird sich der Export des Rohkaffees verschieben. Finanzielle Engpässe für die Kleinbauernkooperativen werden die Folge sein.

Die Kaffeebäuerinnen hoffen, dass sich das Leben wieder normalisiert. Dabei denken Sie insbesondere auch an die betroffenen Menschen in Europa und Deutschland.

Weltweite Solidarität ist gefragt, damit die Menschen im Globalen Süden nicht abgehängt werden. Alle Handelspartner benötigen gerade jetzt die Stabilität des Fairen Handels, um weiterhin eine Perspektive zu haben.

Vorstand APROLMA mit Andrea Fütterer
© A. Fütterer
Die Frauen von APROLMA
© APROLMA

Weltläden in der Diözese Regensburg

Hier finden Sie eine Übersicht mit Kontaktdaten zu Weltläden in der Diözese Regensburg. In diesen und vielen weiteren Verkaufsstellen ist der KDFB Kaffee erhältlich.

Wissenswertes über den Kaffeemarkt

Kaffee ist nach Erdöl weltweit das zweitwichtigste Handelsgut. Die Nachfrage nach Kaffee steigt seit Jahren kontinuierlich an. Allerdings schwanken die Produktionsmengen von Jahr zu Jahr, da Kaffee ein risikoreiches Agrarprodukt ist. Auf dem Weltmarkt sind lediglich die Sorten Arabica und Robusta von Bedeutung. Rund zwei Drittel aller Exporte entfallen auf Arabica und das restliche Drittel auf Robusta. Brasilien und Vietnam liefern zusammen fast die Hälfte aller Kaffeeexporte weltweit. Honduras liegt an fünfter Stelle. Trotz Exportrückgangs bleibt Honduras, neben Mexiko, ein wichtiger Lieferant für ökologischen Kaffee. Der Anteil von Kaffee mit Fairtrade - Siegel beträgt 4,5 % des gesamtdeutschen Filterkaffees (Quelle: Transfair e. V.).

In den Nordeuropäischen Ländern wie Finnland und Norwegen, aber auch in Österreich wird der meiste Kaffee getrunken. Der pro Kopf Konsum in Deutschland betrug im Jahr 2019 166 Liter. Im Vergleich dazu lag der Verbrauch von Mineral- und Heilwasser bei 143 Liter pro Person (Quelle: Deutscher Kaffeeverband).

Ihre Ansprechpartnerin

Gisela Niklas-Eiband
KDFB Bildungsreferentin
0941 597-2303
gisela.niklas-eiband(at)frauenbund-regensburg.de

Der neue KDFB-Kaffee-Flyer

Der Flyer informiert kurz und knapp über das KDFB Kaffee-Projekt.