KDFB

KDFB Kaffee – Modell zur Frauenförderung

Das Partnerschaftsprojekt KDFB Kaffee wurde im Februar 2003 ins Leben gerufen. Mit diesem Projekt unterstützte der Frauenbund bisher die Landfrauenorganisation COMUCAP in Honduras. Seit Juni 2015 wird der Rohkaffee von der Kooperative APROLMA geliefert. Diese neue Landfrauenorganisation ging als Abspaltung eines Teils der in COMUCAP organisierten Kaffeeproduzentinnen hervor.

Der größte Teil des aromatischen KDFB Kaffees wird von den honduranischen Frauen nach ökologischen Richtlinien produziert. In Deutschland wurden seither ca. 190 Tonnen KDFB Kaffee (Stand Januar 2022) abgesetzt. Für die Produzentinnen bedeutet diese Partnerschaft eine Wertschätzung ihrer bisherigen Arbeit und eine verlässliche Zusammenarbeit, die auf Langfristigkeit angelegt ist.

Mitglieder von Aprolma
Dolores Cruz Benitez auf der Buchmesse

Warum steigen die Kaffeepreise?

Seit Ausbreitung der Pandemie hat sich weltweit die wirtschaftliche Entwicklung verändert. Die Auswirkungen spürt auch der faire und solidarische Handel, aber vor allem deren Handelspartner. Das Fairhandelshaus GEPA sieht sich seit Jahresbeginn 2022 auch gezwungen, die Preise für bestimmte Produkte anzupassen, so auch für das Kaffeesortiment.
Die Gründe dafür sind vielfältig und betreffen die gesamte Lieferkette. Folgende Faktoren beeinflussen die Preisgestaltung:

  • Preiserhöhung für Rohkaffee um durchschnittlich 35 %
  • gestiegene Energie- und Personalkosten
  • Erhöhung der Verpackungs- und Transportkosten
  • höhere Lebenshaltungskosten in den Produktionsländern
  • Auswirkungen der Inflation auf die Handelspartner.

Für den KDFB Kaffee bedeutet dies, dass jetzt ein 250 g Päckchen mit gemahlenem Kaffee 5,29 € und die ganze Bohne APROLMA - Kaffee 6,49 € kostet.
Die gestiegenen Kaffeepreise sollen die Konsument*innen nicht dazu verleiten, noch mehr nach billigem Kaffee Ausschau zu halten. KDFB Kaffee und APROLMA - Kaffee sind hochwertige Biokaffees, die nachhaltig und fair produziert werden. Die Kaffeeproduzentinnen aus Honduras sind dankbar, wenn ihnen die Frauenbundfrauen auch weiterhin die Treue halten und auch in Zukunft ihren Kaffee trinken.

Verkauf von KDFB Bohne wird eingestellt

Wegen zu geringem Absatz wird KDFB ganze Bohne nicht mehr angeboten. Alternativ gibt es „Röstkaffee aus Honduras“, der auch von der Landfrauenorganisation APROLMA produziert wird. Dieser Kaffee wird in Honduras geröstet und verpackt. Damit bleibt ein höherer Erlös direkt bei den Produzentinnen.

Optimismus in der Krise

„Wir grüßen die Frauenbundfrauen und wünschen Ihnen Frieden und Wohlstand für das Jahr 2022“, so Dolores Cruz Benitez von der Landfrauenorganisation APROLMA aus Honduras in ihrem Weihnachtsbrief.
In der ersten Hälfte des Jahres 2021 wurde das Leben der Bevölkerung durch Ausgangssperren und pandemiegedingten Beschränkungen erschwert und beeinträchtigt. Der große Druck aus der Bevölkerung veranlasste die Regierung Impfstoff zu bestellen und die anspruchsberechtigten Menschen entsprechend zu versorgen. Der Impfstoff kam zwar verspätet an, aber inzwischen werden auch junge Menschen geimpft und die Älteren erhalten ihre Auffrischungen. Das kann trotzdem nicht hinweg täuschen, dass es viele Todesopfer gab. In den Krankenhäusern herrscht großer Mangel an Fachkräften. Kranke erhalten Rezepte für Medikamente ausgestellt, können diese aber nicht einlösen, weil es einerseits keine Medikamente gibt und andererseits den Menschen das Geld fehlt, sie zu bezahlen. Die Regierung hat wohl Milliarden von Dollars für das Gesundheitssystem genehmigt, aber bei der Bevölkerung kommt nichts an. Die Frauen sind zuversichtlich, dass sich mit der neuen Regierung die Situation verbessern wird.
Im November 2021 wurde eine neue Staatspräsidentin gewählt. Ihre Wahl ist ein Hoffungsschimmer am Horizont für die leidgeprüfte Bevölkerung. In den letzten 12 Jahren hat Korruption und Armut alarmierende Ausmaße angenommen. Unbequeme und engagierte Landsleute, wie Menschenrechts- und UmweltaktivistInnen wurden systemaisch ermordet. Die neue Regierung steht vor immensen Herausforderungen beim Aufbau einer funktionierenden Demokratie.
Wegen der Pandemie können die Kinder und Jugendlichen nach wie vor nicht zur Schule oder an die Hochschulen gehen und erhalten virtuellen Unterricht. Allerdings ist das nur in Familien möglich, die einen Internetanschluss und die erforderlichen Endgeräte besitzen. Für alle anderen bleibt es schwierig. Daher haben bereits 70 % der Jugendlichen ihre Schule abgebrochen. Die unsichere politische und wirtschaftliche Lage im Land erschwert einen Berufsstart für die jungen Leute. Viele sind daher gezwungen in die USA oder nach Spanien auszuwandern. Die Familien setzen ebenso große Hoffnungen in die neue Regierung.
Die Kaffeeproduzentinnen machen große Fortschritte mit ihren kreativen Ideen und Projekten. Viel Energie haben sie in ihr neues Projekt "Röstkaffee aus dem Ursprungsland" investiert. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten meistern sie diese Herausforderung mit großem Erfolg.
Für die Zukunft möchten sie eine starke Vermarktungsstruktur für ihren Kaffee aufbauen, mit intensiven Beziehungen zu ihren Kunden. Weiterhin wollen sie ihre produktiven Bereiche, wie Gemüseanbau und Tierhaltung erweitern. Ein großes Anliegen ist die gesundheitliche Versorgung ihrer Mitglieder und deren Familien.

Aktuelle Infos der Kaffee-Produzentinnen aus Honduras

Die Auswirkungen der Corona-Krise betreffen uns alle weltweit und gehen auch nicht spurlos an den Menschen des globalen Südens vorbei. Soziale Ungerechtigkeit und ungerechte Welthandelsstrukturen werden dadurch noch stärker sichtbar. Sehr beunruhigende Nachrichten kommen zur Zeit auch von den Kooperationspartnern der Fairhandelsorganisationen.

Andrea Fütterer, Leiterin der Abteilung Grundsatz und Politik beim Fairhandelsunternehmen GEPA und Vorstandsvorsitzende des Forums Fairer Handel  besuchte im März verschiedene Handelspartner in Honduras. Sie verweilte auch bei der Landfrauenorganisation APROLMA , die für unseren KDFB Kaffee den Rohkaffee anbauen. Die Corona-Krise war vor Ort spürbar und beeinträchtigte das Leben der Bevölkerung beträchtlich. Die landesweite totale Ausgangssperre wurde sehr streng gehandhabt und die Menschen durften das Haus nicht mehr verlassen.

Diese strikte Maßnahme hat fatale Auswirkungen auf die vielen Tagelöhner und Kleinhändler. Sie leben von dem, was sie von einem auf den anderen Tag verdienen. Wenn das Einkommen wegfällt, können sich die betroffenen Familien nichts mehr zu essen kaufen. Besonders schlimm wird es, wenn auch noch Trinkwasser zu überteuerten Preisen vom Lastwagen gekauft werden muss. Eine soziale Absicherung oder Hilfspakete gibt es nicht. Auch die mangelnde Gesundheitsversorgung kann so eine Pandemie sehr schnell zur existentiellen Bedrohung werden lassen.

Dolores Cruz Benitez, Koordinatorin des Röstprojekts der Frauenkooperative APROLMA, schildert die Gedanken zur aktuellen Situation: „Wir machen uns bezüglich des Exports große Sorgen, denn durch den Ausnahmezustand dürfen hier nur Lebensmittel-Transporter durchfahren. Wir Frauen müssen alle arbeiten, um die Familieneinkünfte zu ergänzen, das steht jetzt auf dem Spiel, da die Regierung ja den Ausnahmezustand ausgerufen hat." Bei den Kaffeproduzentinnen war zum Glück die Ernte schon abgeschlossen. Durch das Arbeitsverbot durfte aber niemand in der Aufbereitungsanlage beschäftigt werden, dadurch wird sich der Export des Rohkaffees verschieben. Finanzielle Engpässe für die Kleinbauernkooperativen werden die Folge sein.

Die Kaffeebäuerinnen hoffen, dass sich das Leben wieder normalisiert. Dabei denken Sie insbesondere auch an die betroffenen Menschen in Europa und Deutschland.

Weltweite Solidarität ist gefragt, damit die Menschen im Globalen Süden nicht abgehängt werden. Alle Handelspartner benötigen gerade jetzt die Stabilität des Fairen Handels, um weiterhin eine Perspektive zu haben.

Vorstand APROLMA mit Andrea Fütterer
© A. Fütterer
Die Frauen von APROLMA
© APROLMA

Weltläden in der Diözese Regensburg

Hier finden Sie eine Übersicht mit Kontaktdaten zu Weltläden in der Diözese Regensburg. In diesen und vielen weiteren Verkaufsstellen ist der KDFB Kaffee erhältlich.

Wissenswertes über den Kaffeemarkt

Kaffee ist nach Erdöl weltweit das zweitwichtigste Handelsgut. Die Nachfrage nach Kaffee steigt seit Jahren kontinuierlich an. Allerdings schwanken die Produktionsmengen von Jahr zu Jahr, da Kaffee ein risikoreiches Agrarprodukt ist. Auf dem Weltmarkt sind lediglich die Sorten Arabica und Robusta von Bedeutung. Rund zwei Drittel aller Exporte entfallen auf Arabica und das restliche Drittel auf Robusta. Brasilien und Vietnam liefern zusammen fast die Hälfte aller Kaffeeexporte weltweit. Honduras liegt an fünfter Stelle. Trotz Exportrückgangs bleibt Honduras, neben Mexiko, ein wichtiger Lieferant für ökologischen Kaffee. Der Anteil von Kaffee mit Fairtrade - Siegel beträgt 5 % des gesamtdeutschen Filterkaffees (Quelle: Transfair e. V.).

In den Nordeuropäischen Ländern wie Finnland und Norwegen, aber auch in Österreich wird der meiste Kaffee getrunken. Der pro Kopf Konsum in Deutschland betrug im Jahr 2021 169 Liter. Im Vergleich dazu lag der Verbrauch von Mineral- und Heilwasser bei 143 Liter pro Person (Quelle: Deutscher Kaffeeverband).

Ihre Ansprechpartnerin

Gisela Niklas-Eiband
KDFB Bildungsreferentin
0941 597-2303
gisela.niklas-eiband(at)frauenbund-regensburg.de

Der neue KDFB-Kaffee-Flyer

Der Flyer informiert kurz und knapp über das KDFB Kaffee-Projekt.