KDFB
05.07.2018

Gottesdienst des KDFB in der Wolfgangswoche

Grabplatte der Seligen Hemma von Regensburg in St. Emmeram

„Die Heiligkeit ist das schönste Gesicht der Kirche“ – dieser Satz von Papst Franziskus stand als Leitwort über der Wolfgangswoche 2018 in Regensburg. „Vielleicht erschrecken wir, wenn wir darüber nachdenken, dass wir alle berufen sind, heilig zu werden“, begann Weihbischof Pappenberger seine Predigt beim Frauengottesdienst. Das liege an der Vorstellung, die wir von heiligen Menschen haben. Papst Franziskus schreibt dazu: „Oft sind wir versucht zu meinen, dass die Heiligkeit nur denen vorbehalten sei, die die Möglichkeit haben, sich von den gewöhnlichen Beschäftigungen fernzuhalten, um viel Zeit dem Gebet zu widmen. Es ist aber nicht so. Wir sind alle berufen, heilig zu sein, indem wir in der Liebe leben und im täglichen Tun unser persönliches Zeugnis ablegen, jeder an dem Platz, an dem er sich befindet… Bist du verheiratet? Sei heilig, indem du deinen Mann oder deine Frau liebst und umsorgst, wie Christus es mit der Kirche getan hat. Bist du ein Arbeiter? Sei heilig, indem du deine Arbeit im Dienst an den Brüdern und Schwestern mit Redlichkeit und Sachverstand verrichtest. Bist du Vater oder Mutter, Großvater oder Großmutter? Sei heilig, indem du den Kindern geduldig beibringst, Jesus zu folgen. Hast du eine Verantwortungsposition inne? Sei heilig, indem du für das Gemeinwohl kämpfst und auf deine persönlichen Interessen verzichtest.“ (Apostolisches Schreiben “Freut euch und jubelt“, Nr. 14)

Weihbischof Pappenberger stellte den Frauen das Beispiel der seligen Hemma von Regensburg vor. Ihr Bild ist aus Stein gemeißelt in der Emmeramskirche zu sehen. Hemma leitete im 9. Jahrhundert das Damenstift Obermüster und stellte sich in unruhigen Zeiten schützend vor die ihr anvertraute Gemeinschaft. „Schützen und bewahren ist oft ein Herzensanliegen von Frauen und eine wertvolle Aufgabe in Welt und Kirche“, so der Weihbischof.

Als Evangelium wurden bei diesem Gottesdienst die Seligpreisungen aus dem Matthäus-Evangelium vorgetragen. Die Bereitschaft, diese Ermutigung Jesu mit Leben zu erfüllen, drückten die Frauen bei der Gabenbereitung aus: Sie brachten Kerzen zum Altar und beteten: „Du, Gott, versprichst den sanftmütigen Menschen, dass sie bei dir Heimat finden. Mit dieser Kerze bringen wir dir unsere Bereitschaft, behutsam umzugehen mit deiner Schöpfung und mit den Menschen, die uns begegnen. Du machst uns Mut, wenn wir uns sehnen nach Gerechtigkeit und Frieden. Mit dieser Kerze bringen wir dir unsere Bereitschaft, für die Menschen einzutreten, die ungerecht behandelt werden, die schutzlos sind, die uns um Hilfe bitten.“
Die Kollekte für den Frauenbund-Fonds „Frauen helfen Frauen in Not“ war ein sichtbares Zeichen der Solidarität und Hilfsbereitschaft für Menschen in schwierigen Lebensituationen.

Am Beginn des Gottesdienstes hatte KDFB-Diözesanvorsitzende Karin Schlecht Weihbischof Reinhard Pappenberger, Geistlichen Diözesanbeirat Pater Jakob Seitz und vor allem die Frauen aus Nah und Fern herzlich begrüßt und zur Begegnung im Pfarrgarten von St. Emmeram nach dem Gottesdienst eingeladen. Karin Schlecht dankte dabei auch der Gruppe ConTakt aus Regensburg, die mit ihren Liedern – mal schwungvoll und mitreißend, mal anrührend und leise – allen Mitfeiernden halfen, die Herzen zu Gott zu erheben.

Nach dem Gottesdienst war der Pfarrgarten noch lange erfüllt von fröhlichen Stimmen, der Freude am Wiedersehen und dem geselligen Austausch. Wieder einmal war der Frauengottesdienst in der Wolfgangswoche ein willkommener Frauenbund-Treffpunkt und ein schönes Erlebnis des Glaubens und der Gemeinschaft.