KDFB

Auf ein Wort

Die Sorgen sind groß, wenn Mama oder Papa über einen kurzen bis längeren Zeitraum ausfällt oder nicht so leistungsfähig ist wie gewohnt. Vieles muss plötzlich neu organisiert werden. Wenn die Familie, Freundinnen und Freunde nicht aushelfen können, dann sind die Mitarbeiterinnen des Familienpflegewerks gefragt. Eine von ihnen ist Christine Gansbühler. Sie ist seit Oktober 2019 die Einsatzleiterin der Familienpflegewerk-Station Regensburg. Sie ist alleinerziehende Mutter von drei Töchtern und Oma einer Enkelin. Christine Gansbühler ist ehrenamtliche Vorsitzende der Tafel Regensburg, leidenschaftliche Imkerin und KDFB-Mitglied. Ihre Familie gibt ihr den Halt, den sie braucht, um ihr vielfältiges berufliches und ehrenamtliches Engagement managen zu können.

Frau Gansbühler, was sind Ihre Aufgaben als Einsatzleiterin der Familienpflegestation Regensburg?

Ich koordiniere zwischen unseren Kundinnen und Kunden sowie meinen Mitarbeiterinnen. Ich nehme die Telefonate von Mamas und Omas entgegen. Aber auch Institutionen wie das Jugendamt oder die Koordinierende Kinderschutzstelle wenden sich an uns. Wir versuchen die an uns herangetragenen Probleme zeitnah zu lösen und Kolleginnen in die Familie zu entsenden. Diese helfen in der Familie mit oder sie unterstützen auch ältere Menschen, wenn ein pflegender Partner außer Haus etwas zu erledigen hat. Gut wenn dann eine Mitarbeiterin da ist, die diese Zeit überbrücken kann. All diese Anfragen koordiniere ich. Ich fahre zu Gemeinden und Organisationen, um unsere Einrichtung bekannter zu machen.

Wie wird das Angebot angenommen?

Sehr gut, wir haben mehr Bedarf, als wir momentan abdecken können. Die Vakanz hoffen wir in den nächsten Monaten lösen zu können durch neue Kolleginnen. Es ist manchmal schon ernüchternd, wenn schwere Schicksale dahinter stehen und ich sagen muss:„Ich habe aber die nächsten sechs Wochen niemanden, der Sie unterstützen kann. Können Sie sich irgendwie anders behelfen?“ Das tut mir persönlich weh.

Welches Team steht Ihnen zur Seite?

Mein Team besteht aus Michaela Volkers und Annette Mertens, die beide sehr kompetent sind. Sie sind ausgebildete Fachkräfte. Wir arbeiten gut zusammen und es stimmt die Chemie. Unser Team wird sich in absehbarer Zeit vergrößern.

Was macht den familienunterstützenden Dienst so besonders?

Anrührend ist es, so sagen es meine Kolleginnen, wenn schon bei der Ankunft in der Familie der Papa mit dem Kind am Arm bereitsteht und sagt: „Gott sei Dank, dass ihr da seid!“ Das ist etwas sehr Positives. Wir sind da, einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Wenn eine Mama geschwächt ist von einer Chemotherapie, versorgen meine Kolleginnen die Kinder mit Essen, bringen die Kinder in den Kindergarten. In der Zwischenzeit, ehe das Kind wieder abgeholt wird, macht die Kollegin das Nötige in der Wohnung. Meine Kolleginnen sind auch Seelsorgerinnen, die viel mit den Menschen sprechen. Das Redebedürfnis ist gegeben und das ist sehr wichtig für das Familienmitglied. Redebedarf haben auch ältere Menschen – Zuhören ist manchmal wichtiger als ein Fenster zu putzen. Vereinsamung wird zum Problem. Das Einfühlungsvermögen ist für uns elementar, wenn wir begleitend tätig werden.

Wie sind Sie am besten zu erreichen?

Ich bin am besten per Telefon oder auch über E-Mail zu erreichen. Es ist mir ein Anliegen, dies zu vermitteln: Wir helfen – wir sind da. Es gibt Menschen das Gefühl: Ich bin nicht mehr allein. Dieses Gefühl ist oft schon mit einem Gespräch grundgelegt. Manchmal geht es Menschen danach schon wieder etwas besser bzw. das Zuhören und Dasein vermittelt ihnen Zuversicht.

Welchen Einzugsbereich decken Sie ab?

Wir decken Regensburg und das komplette Umland ab bis Schwandorf oder Hemau, bis nach Straubing. Die Kolleginnen fahren kreuz und quer. Es sind Strecken zwischen 40 und 50 Kilometern zwischen den Einsatzstellen zurückzulegen. Die Einsatzkräfte sind nicht nur in einer Familie, sondern sie sind manchmal vier Stunden in einer Familie und dann nachmittags an einem anderen Ort in einer anderen Familie.

Wie schnell können Sie und Ihr Team Hilfe leisten?

Wenn wir neue Kolleginnen ins Team bekommen, dann ziemlich schnell. In Notfällen schaffen wir das über Nacht.

Wie kann man die Familienpflegestation Regensburg unterstützen?

Spenden sind sehr gerne gesehen, denn die Kostenträger decken die Leistungen des Familienpflegwerks nicht immer voll umfänglich ab. Wir sind daher auf Spenden angewiesen. Für Fragen dazu stehe ich gerne zur Verfügung.

Das Interview führte Karin Uschold-Müller.
Foto: Karin Uschold-Müller

Kontakt:

Familienpflegewerk Regensburg
Einsatzleiterin Christine Gansbühler
Mobil: 0176 24749163 oder 0152 58603196
E-Mail: regensburg@familienpflegewerk.de

Angebot für Zweigvereine: Christine Gansbühler bietet auch Vorträge über das Familienpflegewerk und ihre Arbeit an.

WIR HELFEN FAMILIEN – HELFEN SIE MIT!

Spendenkonto:
IBAN: DE 06 7509 0300 0002 1888 21
BIC: GENODEF1M05
Bitte angeben: Familienpflegewerk Regensburg

Weitere Infos: www.familienpflegewerk.de