KDFB

Frauen gezielt bewegen ‒ offen sein für Neues

Gelacht wurde viel bei der Bildungskonferenz am 26. Februar, denn Georg Frericks gewährte einen Einblick in die Wohnzimmer und Lebensgewohnheiten der Sinus-Milieus. Und jede Teilnehmerin fing anhand der gezeigten Bilder von Wohnungseinrichtungen sofort zu überlegen an, welchem Milieu sie angehört. Die Sinus-Milieus fassen Menschen zusammen, die sich in der Lebensauffassung und Lebensweise ähneln. Fragen wie „Wen können wir wie begeistern? Wie ticken die einzelnen Vertreterinnen der zehn Milieus? Welche Frauen wollen wir erreichen?“ spielen im Frauenbund eine große Rolle. Im Hinblick auf die Kampagne „bewegen!“ will der Frauenbund auch neue Frauen in den Blick nehmen und zeigen, wieviel der Verband zu bieten hat.

Die Sinus-Milieu-Studie ist ein hilfreiches Instrument, um sich den Lebensstil, die Werte, die Lebensziele, Befindlichkeiten, Orientierungen und die soziale Lage der unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus zu verdeutlichen. Mit den Sinus-Milieus kann man die Lebenswelten der Menschen „von innen heraus“ verstehen und gleichsam in sie „eintauchen“. Mit den Sinus-Milieus versteht man, was die Menschen bewegt und wie sie bewegt werden können.

Insgesamt gibt es zehn Milieus, so der Referent. Davon sind sechs Milieus für den Frauenbund relevant. Das bedeutet, dass  KDFB-Vertreterinnen in diesen sechs Gruppen durchaus mit den Themen des KDFB anknüpfen können. Diese sind: Bürgerliche Mitte, Traditionelle, Konservativ-Etablierte, Liberal-Intellektuelle, Sozial-Ökologische, Adaptiv-Pragmatische.

Wichtige Erkenntnisse sind: Die unterschiedlichen Milieus verlangen eine gezielte Ansprache. Das bedeutet z. B. die Gestaltung eines Flyers sollte ausgerichtet sein auf die Gruppe, die ich vor allem erreichen will. Jede Gruppe hat eine eigene Sprach- und Bilderwelt, auf die einzugehen ist. Einen Flyer für Alle – dieses Prinzip gilt hier nicht! Vorsicht bei Milieuverengung: „Alle sind willkommen!“ Mit diesem Satz wird am Ende niemand erreicht.
Die Themen des Frauenbundes können noch besser je nach Zielgruppe verortet werden, z. B. die Solibrot-Aktion oder der KDFB Kaffe wird bei Vertreterinnen der Sozial-Ökologischen punkten können. Hingegen lassen sich Vertreterinnen der Adaptiv-Pragmatischen durch die Eltern-Kind-Gruppen-Angebote oder den Einsatz für gerechten Lohn oder mit gezielten Bildungsangeboten zu den Themen Kreativität oder Work-Life-Balance ansprechen.

Der Frauenbund hat ein großes Potenzial an Themen, Aktionen und Bildungsveranstaltungen. Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden – das Vorhandene muss nur noch gezielter eingesetzt werden.


Text+Foto: Karin Uschold-Müller, Bildungsreferentin

Foto: Georg Frericks, Theologe und Leiter der Unternehmensentwicklung beim St. Michaelsbund, stellte die Zielgruppen der Kampagne „bewegen!“ vor.

Karin Schlecht, KDFB-Diözesanvorsitzende und Georg Frericks , Theologe und Leiter der Unternehmensentwicklung beim St. Michaelsbund