KDFB

Frauenbund im Bistum wählte neue Verbandsspitze

Die neue Vorstandschaft des KDFB Diözesanverband Regensburg (v.l.) mit den Ehrengästen: Geistlicher Beirat Pater Dr. Jakob Seitz, die stellv. Vorsitzenden Eva Hambach und Ilona Grabinger-Lache, die neu gewählte KDFB-Diözesanvorsitzende Martha Bauer, Bischof Rudolf Voderholzer, die stellv. Vorsitzenden Rita Kleierl und Kerstin Aufschneider, Landesvorsitzende Emilia Müller, stellv. Vorsitzende Josefa Bauer sowie Dr. Maria Flachsbarth, Präsidentin des KDFB-Bundesverbandes
Die alte Vorstandschaft des KDFB-Diözesanverband Regensburg (v.l.) Monika Schmidpeter, die ehemalige Vorsitzende Karin Schlecht, Luise Fischer, Josefa Bauer, Birgit Kainz, Pater Dr. Jakob Seitz sowie Luitgard Hartl
Emilia Müller, KDFB-Landesvorsitzende, zeichnete Karin Schlecht mit der Ellen-Ammann-Nadel des Landesverbandes aus.
Domkapitular Thomas Pinzer überbrachte die Grüße des Bischöflichen Ordinariates.
Dr. Maria Flachsbarth, KDFB-Präsidentin, appellierte an die Frauen: „Bleiben Sie Teil dieses wunderbaren Verbandes!“
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer war zu Gast im Aurelium.
Karin Schlecht (r.) kandidierte nicht mehr für den KDFB-Vorsitz im Bistum Regensburg. Martha Bauer ist die neue Vorsitzende.

Martha Bauer aus Vohenstrauß wurde mit überwältigender Mehrheit zur neuen Vorsitzenden im Katholischen Deutschen Frauenbund Diözesanverband Regensburg gewählt. Bei der hybriden Veranstaltung mit über 260 Delegierten waren rund 70 Mitglieder und Gäste vor Ort im Lappersdorfer Aurelium, die weiteren Teilnehmerinnen waren via Livestream zugeschaltet.

Als Stellvertreterinnen sind neu im Vorstand Ilona Grabinger-Lache aus Ihrlerstein für den Bereich der Finanzen, Kerstin Aufschneider aus Sulzbach-Rosenberg, Eva Hambach aus Regensburg, Rita Kleierl aus Stulln. Josefa Bauer aus Kelheim wurde im Zuge der Neuwahl in ihrem Amt mit dem Bereich der Protokollführung bestätigt. Die Delegierten stimmten für Tanja Pichlmeier und Maria Huber als Kassenprüferinnen.

Auszeichnungen, Verabschiedung und Dank

Die scheidende Diözesanvorsitzende Karin Schlecht und ihre Stellvertreterinnen Luise Fischer, Luitgard Hartl, Birgit Kainz und Monika Schmidpeter wurden mit Standing Ovations verabschiedet. Karin Schlecht erhielt von Dr. Maria Flachsbarth, Präsidentin des KDFB, die Lapislazuli-Nadel, die höchste Auszeichnung für prägendes, langjähriges Engagement im KDFB. Emilia Müller, Landesvorsitzende des KDFB, würdigte die Verdienste von Karin Schlecht mit der Ellen Ammann-Nadel des Landesverbandes. Emilia Müller hob hervor, dass der Verband vieles bewegt und vorangebracht habe. „Der Landesverband ist der größte Frauenverband in Bayern. Wir werden gehört in der Gesellschaft, in der Politik aber auch in der Kirche“, so Emilia Müller.

Auch Domkapitular Thomas Pinzer dankte für das Geleistete: „Als Frau in der Kirche hat man es nicht immer ganz leicht.“ Karin Schlecht habe es immer verstanden, die Meinung des Frauenbundes so liebevoll, aber auch so entschieden gegenüber Kirchenverantwortlichen rüberzubringen, dass diese nicht anders konnten, als es zu akzeptieren, dass der Frauenbund in der Diözese Regensburg sich für das Diakonat der Frau einsetzt.

Herausforderungen und Zeichen der Zeit setzen

Dr. Maria Flachsbarth, Präsidentin des KDFB im Bundesverband, hielt eine begeisternde Ansprache zum Thema: „Herausforderungen für den KDFB: Zeichen der Zeit erkennen – Zeichen setzen“.

Mit deutlichen Worten kritisierte sie, dass manche Zweigvereine ihren Austritt aus dem KDFB an der Beitragsanpassung, die nach zehn Jahren der Beitragsstabilität notwendig gewesen sei, aufgehängt hätten. „Wir kämpfen unter anderem für gleiches Gehalt für gleiche Arbeit, die Anerkennung von Care-Leistung, wir verlangen anständige Bezahlung der Pflegekräfte. Wir kämpfen für unsere Werte in der Politik“, so Dr. Maria Flachsbarth.

Mit deutschlandweit 160.000 Mitgliedern sei der KDFB ein gefragter und anerkannter Partner in Politik und Kirche. „Wir werden gehört, weil wir groß sind, weil wir viele Wählerinnen repräsentieren. Wir sind ein Sprachrohr für die Rechte und Interessen von Frauen. Wenn wir uns vereinzeln und uns selbst genug sind, dann bleiben die allermeisten der Ziele, für die wir kämpfen, auf der Strecke – dann bleibt Frauensolidarität auf der Strecke“, führte sie aus. Gerade jetzt sei so vieles in Bewegung geraten. Der Synodale Weg, an dem auch der KDFB in vier Foren mitarbeite, habe wegweisende Beschlüsse gefasst. Alle verbinde der Wunsch nach Erneuerung und Reformen, nach Akzeptanz und Respekt, nach Mitgestaltung kirchlichen Lebens und Glaubens. „Deshalb engagieren wir uns für eine glaubwürdige Kirche, in der Frauen und Männer in gleicher Weise die Osterbotschaft verkünden.“ Die Kampagne „OutInChurch“ habe vielen die Augen geöffnet, welche verheerenden Folgen die Grundordnung des kirchlichen Arbeitsrechts für das Leben der betroffenen Gläubigen habe. Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen solidarisiere sich der KDFB mit den Forderungen der Initiative auf ein Ende der Diskriminierung. Der KDFB bewege die Kirche, so die Präsidentin des Frauenbundes.

Ihr Appell an alle Frauenbundfrauen war klar: „Bleiben Sie Teil dieses wunderbaren Verbandes!“

Bischof Voderholzer zu Gast im Aurelium

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer würdigte das ehrenamtliche Engagement von Karin Schlecht und ihren Stellvertreterinnen. Sie seien nicht immer einer Meinung gewesen, aber sie konnten trotzdem gut und wertschätzend miteinander umgehen und die Themen ins Wort bringen.

Bischof Voderholzer überbrachte den Dank und die Anerkennung auf allen Ebenen des KDFB: „Ich danke für ihr vielfältiges Engagement für die Vertretung von Interessen von Frauen in der Gesellschaft und auch in der Kirche.“

In seiner Ansprache ging er auf die aktuelle Situation mit den Folgen des Krieges in der Ukraine ein. Diese bringen frauenspezifische Themen mit sich. „Ich denke nur an das unsägliche Thema des Frauenhandels. Von verschiedenen Seiten wird vor der realen Gefahr gewarnt, dass gewissenlose Zuhälterringe die Notsituation von Flucht und Vertreibung und das Auseinandergerissenwerden von Familien ausnützen, um Frauen in Abhängigkeiten zu bringen und auszubeuten.“

Als weiteres Thema griff er das Thema Leihmutterschaft auf. Das sei in der Ukraine nicht verboten. Es warten nicht wenige Säuglinge in der Ukraine darauf, abgeholt zu werden. Aber die Kriegswirren verunmöglichen es. „Manche Leihmütter haben, nachdem sie ihre Schuldigkeit getan haben und nachdem sie dafür hoffentlich wenigstens bezahlt worden sind, die Kinder zurückgelassen und es scheint ein neues Heer von Waisenkindern auf diese Weise zu entstehen“. Es sei erschütternd, wenn man das hört, was das Thema Leihmutterschaft mit sich bringen kann.

Das Thema Lebensschutz des Ungeborenen und des alten und hinfälligen Lebens sprach er weiterhin an. „Wir wissen alle, welch bedenkliche Entwicklungen sich da abzuzeichnen scheinen. Ich bitte Sie herzlich, hier nicht müde zu werden, Ihre Stimme zu erheben, gerade auch für die Schwächsten und für die, die noch keine Stimme haben“. Auch im Pflegebereich seien es nach wie vor Frauen, die sich außerordentlich engagierten und dafür könne man ja auch nur von Herzen Danke sagen.

„Natürlich weiß ich auch um die Debatten innerkirchlich um die Rolle der Frauen. Gerade im Rahmen des Synodalen Weges sind ja hier auch die unterschiedlichen Positionen deutlich zu Tage getreten. Ich von meiner Seite wünsche mir, dass wir im Kontakt und im Dialog bleiben. Ich hoffe und bete darum, dass wir uns nicht durch diese Debatten auseinanderdividieren lassen“, so Bischof Voderholzer.

Rückblick und Ausblick

Karin Schlecht beleuchtete in einem ausführlichen Rückblick das Jahr 2021. Sie berichtete über die Solibrot-Aktion zugunsten von Frauenprojekten in Timor Leste, den erfolgreichen Einstieg in die digitalen Bildungsformate, das große Engagement der Zweigvereine auch für Flutopfer im Ahrtal und den Solidaritätsfonds „Frauen helfen Frauen in Not“ und vieles mehr.

Für große Freude sorgte die Information, dass die Theologin Birgitt Pfaller für die Aufgabe der Geistlichen Beirätin im Diözesanverband Regensburg vorgesehen ist. Erstmalig wird diese Position mit einer Frau besetzt werden. Ab September wird der bisherige Geistliche Diözesanbeirat Pater Dr. Jakob Seitz eine neue Aufgabe übernehmen.

Text: Karin Uschold-Müller

Fotos: Margot Meinlschmidt

Hier kommen Sie zum Jahresbericht 2021