Schlank mit Shakes: Wie wirken Protein- und Diät-Drinks?
VerbraucherService Bayern zeigt Risiken und Grenzen auf
Verbraucherinnen und Verbraucher greifen beim Abnehmen häufig zu Proteinshakes. Sie ersetzen damit Mahlzeiten oder trinken sie zusätzlich, weil sie hoffen, schneller satt zu werden, weniger zu essen oder ihre Muskeln zu erhalten. Die Werbung verspricht einfache Erfolge ohne großen Aufwand. Doch helfen solche Produkte wirklich? Der VerbraucherService Bayern im KDFB e. V. (VSB) rät zu einer nachhaltig gesunden Ernährungsweise und zeigt die Grenzen der Diät-Shakes auf.
Reine Proteinshakes aus Drogerien und Fitnessstudios werden gerne als ‚Abnehmhilfe‘ verkauft. Sie bestehen überwiegend aus isoliertem Eiweiß und liefern kaum andere essenzielle Nährstoffe. „Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sind diese Shakes unnötig, wenn der Proteinbedarf über normale Mahlzeiten gedeckt werden kann“, weiß Ellen Schmitt, Ernährungsexpertin beim VSB.
Formula-Diäten sind strukturierte, kalorienarme Mahlzeitenersatzprogramme, die neben Protein auch Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Durch die deutlich verringerte Energiezufuhr über den Tag, greift der Körper auf gespeicherte Energiereserven zurück, was zu einem Gewichtsverlust führt. Die oft rasch sichtbaren Erfolge können für Betroffene motivierend sein und sie auf dem Weg zu einem gesünderen Körpergewicht bestärken. Formula-Diäten kommen vor allem bei starkem Übergewicht zum Einsatz und werden – meist unter ärztlicher Aufsicht – auf wenige Wochen begrenzt.
„Mahlzeitenersatz-Diäten fördern kein nachhaltig gesundes Ernährungsverhalten. Wer über einen längeren Zeitraum ausschließlich Shakes konsumiert, lernt nicht, wie ausgewogene Mahlzeiten im Alltag zusammengestellt werden. Bleibt eine dauerhafte Ernährungsumstellung aus, steigt das Risiko, nach Ende der Diät erneut an Gewicht zuzunehmen. Der sogenannte Jo-Jo-Effekt ist bei reinen Shake-Diäten daher keine Seltenheit“, erklärt Schmitt. Zusätzlich enthalten viele Mahlzeitersatz- und Proteinshakes nur geringe Mengen an Ballaststoffen. Diese spielen jedoch eine zentrale Rolle für ein anhaltendes Sättigungsgefühl und eine gesunde Verdauung.
Weiterführende Informationen finden Sie in unserem VSB-Tipp: https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/pulver-statt-mahlzeit-wie-wirken-protein-und-diaet-shakes
Gerne vermitteln wir Gesprächspartnerinnen für weitere Hintergründe und O-Töne.
Functional Food: Gesundes Extra oder Marketing-Trick?
So gesund sind High-Protein-Pudding und Eiweißbrot
Lebensmittel wie Joghurt, Brot oder Müsli gibt es zunehmend auch als functional food, also durch Nährstoffe angereicherte funktionelle Lebensmittel. Laut Hersteller bringen sie über ihre Ernährungsfunktion hinaus weiteren gesundheitlichen Nutzen. Neben Eiweiß sind, je nach Produkt und Zielgruppe, auch andere Zusätze wie beispielsweise Pflanzenextrakte, Vitamine oder Mineralstoffe üblich. Der Verbraucher Service Bayern im KDFB e. V. (VSB) informiert über Nutzen und Risiken.
„Der Begriff functional food ist lebensmittelrechtlich nicht definiert“, so Uta Toellner, Ernährungsberaterin beim VSB. „Aussagen über gesundheitsfördernde Eigenschaften sind nur dann erlaubt, wenn diese wissenschaftlich nachgewiesen sind. Das Lebensmittelrecht sagt aber klar, dass ein angereichertes Produkt auch entsprechend gekennzeichnet sein muss“.
Das Angebot der Functional-Food-Produkte wächst schnell und das ist laut der Verbraucherschutzexpertin auch gut nachvollziehbar: Häufig mangelt es an Zeit oder Motivation, um aus frischen Zutaten eine ausgewogene Mahlzeit zuzubereiten. Um das auszugleichen, scheinen angereicherte Produkte mit zusätzlichen Vitaminen oder einer Extra-Portion Eiweiß optimal. Auch die Werbung suggeriert das.
Je mehr Zusätze in Lebensmitteln des täglichen Bedarfs enthalten sind, desto eher verlieren Verbraucher*innen allerdings den Überblick über die aufgenommene Menge. „Dies kann zu Überdosierung oder Wechselwirkungen mit anderen Nährstoffen oder Medikamenten führen“, erläutert Toellner. Zudem sind angereicherte Lebensmittel oft hochverarbeitet, mit vielen Zusatzstoffen versehen und meist teurer als vergleichbare Produkte.
Das Fazit: Gesunde Erwachsene sind mit einem ausgewogenen Speiseplan mit hochwertigen Lebensmitteln gut versorgt. Ein Mehr an Nährstoffen bringt keinen zusätzlichen Effekt.
Mehr Infos zu functional food erhalten interessierte Verbraucher*innen auf unserer Webseite.
Saisonstart für den Karpfen
Proteinreich, regional und nachhaltig
Bei Karpfen scheiden sich die Geschmäcker, doch für Fans hat die Saison jetzt wieder begonnen. In den Monaten mit „r“, also von September bis April, ist traditionell Karpfenzeit. Der regionale Fisch kommt hier nicht nur an Weihnachten, Silvester oder Ostern auf den Tisch – ob als Aischgründer Karpfen oder Karpfen blau. Dafür sprechen neben ökologischen auch ernährungsphysiologische Aspekte, erklärt der VerbraucherService Bayern im KDFB e. V. (VSB).
Von den jährlich in Deutschland erzeugten über 4000 Tonnen Speisekarpfen stammt knapp die Hälfte aus Bayern, vor allem aus den traditionellen Karpfengebieten in Mittelfranken, der Oberpfalz und Oberbayern. Seit 2021 ist die traditionelle Karpfenteichwirtschaft in Bayern als Immaterielles Kulturerbe von der UNESCO anerkannt. Neben Regionalität punktet der Karpfen durch seine natürliche Lebensweise auch in Sachen Nachhaltigkeit. „Die Karpfenzucht ist eine der nachhaltigsten Produktionen von tierischen Lebensmitteln“, weiß Renate Bleistein, Ernährungsexpertin beim VSB. Außerdem gilt er als ein Gewinner des Klimawandels, da er sich gut an höhere Wassertemperaturen und niedrigeren Sauerstoffgehalt anpasst.
Eine gesunde Ernährung unterstützt der Karpfen mit wertvollen Inhaltsstoffen. Er ist kalorien- und fettarm, enthält jedoch mit durchschnittlich 18 Gramm Protein pro 100 Gramm viel hochwertiges Eiweiß. Das Fischeiweiß ist leicht verdaulich und liefert alle unentbehrlichen (essenziellen) Aminosäuren. Obwohl Karpfen kein Seefisch ist, enthält er nennenswerte Mengen an Omega-3-Fettsäuren. Diese wirken entzündungshemmend, unterstützen die Herzgesundheit und fördern die Gehirnfunktion.
„Wer Karpfen aufgrund seiner Gräten fürchtet, kann grätenarme Filets genießen oder den Karpfen ‚schröpfen‘, das heißt seitlich in kleinen Abständen einschneiden“, so Bleistein.
Weiterführende Informationen sowie ein Rezept zum Nachkochen finden Interessierte in dem VSB-Tipp: https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/karpfen-proteinreich-regional-und-nachhaltig
Gerne vermitteln wir Gesprächspartnerinnen aus unserem Ernährungsteam für weitere Hintergründe und O-Töne.